Auge Zu Und Durch

Auge Zu Und Durch

Autor : Karl Dall
Geschlecht : Bücher, Literatur & Fiktion, Unterhaltungsliteratur,
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Dateigröße : 7.34 MB
Format : PDF, ePub

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Auge Zu Und Durch

Amazon.de Am 1. Februar 1941 ging Emden in die Geschichte ein, als englische Bomber den Kriegshafen als erstes deutsches Ziel unter Beschuss nahmen. Weitgehend unbemerkt vom Weltgeschehen erblickte im Bombenhagel jener Schreckensnacht ein Schrecken ganz anderer Art das Licht der Welt. Zumindest mit dem einen, nicht verklebten Auge. Jahre später, als der Bursche als humoristische Allzweckwaffe volle Wirksamkeit erlangte, sollte dieses traurig hängende Triefauge zu seinem hervorstechendsten Merkmal werden. Gewohnt geschmackfreie Einleitung, dazu rührend dämliche Momentaufnahmen aus dem Familienalbum. Es war klar. Wenn Karl Dall eine „Autobiografie“ vorlegt, steigt die nach oben offene Brüllerskala in schwindelerregende Höhen! Versteht sich, dass bei einem Individuum, dem selbst das Begräbnis des eigenen Vaters zum Glucksen Anlass gibt, seriöse Reflexionen nicht wirklich zu erwarten sind. Krieg und Nachkriegszeit, Schule und Beruf, hier rauscht ein Leben als permanente Nummernrevue vorüber. Die spannendsten Kapitel führen in die Tage der 68er, als Insterburg & Co., die legendäre Blödel- und Kampftrinkertruppe, die Republik dadaistisch aufmischte. Politisch ideologisch völlig unbeleckt, was sie auch den Linken verdächtig machte, zementierte Dall in jener Zeit seine eigene Kunstform. Kein Konzept, keine Ahnung, Hänger fast schon Pflicht, Improvisation ist alles, Beleidigungen gabs gratis. Welches Hochsicherheitsrisiko der Mann sein konnte, durfte 1980 im „Musikladen“ bestaunt werden, als Dall Konzertveranstaltern bei Heino und Peter Alexander-Auftritten Kotztüten und abwaschbares Gestühl ans Herz legte. Live, versteht sich! Insterburg & Co. waren tot, Dall schlug die Zeit der Neuorientierung mit Bädertourneen und Filmrollen der peinlichen Art tot (allein die Kapitelüberschrift “Der Untergang des deutschen Films“ beschreibt seinen Anteil daran recht präzise). Anders als die Öffentlich-Rechtlichen erkannten die aufkommenden Privaten das Ätzpotential des Nordmanns. Mit der mobbingartien Talkshow „Dall-As“ hatte der notorische Unruhestifter endlich seine tiefere Bestimmung gefunden. Die Beleidigungen gingen weiter. Und Deutschland liebte ihn! Auch wir lieben diesen wandelnden Giftpfeil. Wenig Tiefgang. Kaum was erfahren. Trotzdem mächtig abgelacht. -–Ravi Unger Über den Autor und weitere Mitwirkende Geboren 1941 im ostfriesischen Emden, nach der Schulzeit Lehre als Schriftsetzer in Leer. 1963 Umzug nach Berlin. 1967 Gründung des 'Insterburg & Co.' Quartetts. Seit den achtziger Jahren Schauspieler in Kinofilmen, Moderator verschiedener Talkshows im Fernsehen , Sänger z.B. Lieder von Hans Albers. 1999 Deutscher Comedypreis für sein Lebenswerk. 2001 Geburtstagsshow zum Sechzigsten in der ARD. Dall ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Hamburg und Ostfriesland.