Aikido - Die Friedfertige Kampfkunst Zur Persönlichkeitsentfaltung

Aikido - Die Friedfertige Kampfkunst Zur Persönlichkeitsentfaltung

Autor : Dirk Kropp,christina Barandun
Geschlecht : Bücher, Ratgeber, Psychologie & Hilfe,
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Format : PDF, ePub

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Aikido - Die Friedfertige Kampfkunst Zur Persönlichkeitsentfaltung

Über den Autor und weitere Mitwirkende Dirk Kropp, geb. 1959, Aikido-Lehrer, 7. Dan, gründete und leitet seit 1985 eine der größten Aikido-Schulen Deutschlands; er ist Mitbegründer des deutschen Bundesverbandes der Aikido-Lehrer, hält Übungsseminare und bildet in seiner Schule in Köln regelmäßig Aikido-LehrerInnen aus. www.aikido-ueben.de Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Kampfkunst als FriedenswegAikido ist eine gewaltlose Kampfkunst und zählt in Japan zu den persönlichkeitsbildenden Wegen. Dieses Buch möchte zeigen, warum eine Kampfkunst gewaltlos sein kann, wie sie zu einem persönlichkeitsbildenden Weg wird und wie sie auch für uns im Westen einen praktischen, täglichen Nutzen bekommen kann. Im Westen werden die asiatischen Kampfkünste meist durchweg als mehr oder weniger schlagkräftige Sportarten verstanden und entsprechend dem westlichen Ringen, Fechten und Boxen sportlich und betont körperlich trainiert mit dem Ziel, wirkungsvoll gegen andere Menschen kämpfen zu lernen, Wettkämpfe zu gewinnen oder sich wenigstens in der eigenen körperlichen Leistung zu steigern.Als Kampfkunst fördert Aikido durchaus sportliche Aspekte wie die körperliche Kondition, Beweglichkeit und eine gesunde Fitness. Doch ebenso sollen Handlungsfähigkeit, Geisteskraft und Geradlinigkeit gestärkt werden, um sich auch in denjenigen Fällen klar und deutlich schützen zu können, in denen man angegriffen wird oder sich angegriffen fühlt. Auffallend unter den Kampfkünsten ist jedoch, dass sich Aikido bei aller Stärke vollkommen der Gewaltlosigkeit verschreibt. Durch Aikido soll eine Schutzfähigkeit geschaffen werden, die ohne Gegenangriffe auskommt. Es ist eine reine Selbstverteidigung, bei der selbst die Verteidigung gewaltlos bleibt. Im Idealfall möchte Aikido die harmonisierende Fähigkeit ausbilden, derart gesund, selbstsicher und einfühlsam mit sich und mit anderen umgehen zu können, dass Angriffe von vornherein ausbleiben und eine Verteidigung überflüssig wird. Dank der visionären Leistung des Aikido-Gründers Morihei Ueshiba und der pädagogischen Arbeit seines Sohnes Kisshomaru Ueshiba haben wir heute mit Aikido eine Kampfkunst, die nicht das Kämpfen lehrt, sondern eine kluge, weitblickende und verantwortungsbewusste Friedensfähigkeit.Bushido - Ritterethik für FriedenszeitenUm die Entstehung einer Friedenskunst leichter zu begreifen und das große Potenzial des Aikido für uns heute abschätzen zu können, lohnt sich ein Blick in die japanische Geschichte und in die Entwicklung des Aikido. Dass Friedfertigkeit als Gedanke überhaupt mit dem Kriegerwesen und den Kampfkünsten verbunden wurde, war in Japan nicht ungewöhnlich, sondern ist in der japanischen Kriegertradition und ihren besonderen gesellschaftlichen Entwicklungen begründet. Vor der Öffnung hin zur Moderne im 19. Jahrhundert befand sich Japan in einer nach außen hin abgeschotteten, 250 Jahre währenden Friedensepoche. In dieser Zeit hatten die Samurai die paradoxe Aufgabe, sich als herrschende Kriegerklasse um die Verwaltung und Wahrung des Friedens zu kümmern. Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, mussten die vormals rauen Krieger zu zivilen Rittern gebildet werden.Unter dem Einfluss der konfuzianischen Sozialethik verfassten führende Köpfe philosophische Kampfkunstschriften, um den Samurai einen Ehrenkodex zu vermitteln, den sogenannten Bushido. Dieser 'Weg des Kriegers' sollte neben der kämpferischen Stärke, dem Todesmut und dem kriegerischen Stolz auch die ritterlichen Tugenden der Mitmenschlichkeit und Loyalität, Verantwortung und Sorge für andere fördern. Bushido forderte von den Kriegern, sich sowohl vorbildlich in den Kampfestugenden für den Fall eines Krieges zu üben als auch die sozialen Fähigkeiten für die herrschende Friedenszeit auszubilden. Unabhängig von den Kampfkünsten, die reine Techniken für die Kriegerpraxis waren, war Bushido eine Geisteshaltung, eine Verhaltensethik und eine Lebensphilosophie der Samurai, durch die sie sich besonders in der Friedenszeit edel und gerecht verhalten sollten. Die hehre Ethik des Bushido wollte ein Weg sein, die Krieger mit dem Friedensdasein zu versöhnen und ethisches Verhalten zu einer Stärke aufzuwerten.Morihei Ueshiba und die beiden Bedeutungen des BudoDie Entstehung des Aikido als friedfertige Kampfkunst ist der Willensstärke, der hohen Spiritualität und dem tiefen Friedenswunsch eines erfahrenen Kampfkunstmeisters zu verdanken, Morihei Ueshiba (1883-1969). Ueshiba wurde in eine Zeit hineingeboren, in der Bushido zu nationalistischen Zwecken wieder belebt und betont militärisch ausgelegt wurde. Zwanzig Jahre zuvor hatte sich Japan dem Westen geöffnet und geriet in eine turbulente Umbruchszeit. Mittlerweile war Japan dabei, sich vom überwältigenden Einfluss des Westens zu lösen, ein eigenes Nationalbewusstsein zu entwickeln, die neu gewonnene militärische Stärke nach außen hin zu beweisen und sich als asiatische Großmacht zu etablieren.Um das eigene Nationalgefühl für diese kriegsorientierte Zeit zu stärken, lag es nahe, die alten japanischen Kriegerwerte wieder aufleben zu lassen. Der frühere Kampfgeist der Samurai wurde heraufbeschworen und verherrlicht. Die fast vergessenen, traditionellen Kampfkünste wurden wieder entdeckt, aufgewertet, modernisiert und nun - in Anlehnung an Bushido - unter dem neuen offiziellen Oberbegriff 'Budo' zusammengefasst, der auch heute noch gerne als Sammelbegriff für die japanischen Kampfkünste verwendet wird. Bis zum Zweiten Weltkrieg dienten die militärisch ideologisierten Budo-Künste der körperlichen und moralischen Aufrüstung des Volkes. Auch Ueshiba war zunächst von der kriegerischen Seite der Kampfkünste fasziniert. Er galt als ausgezeichneter Kämpfer, beherrschte neben verschiedenen Schwert- und Lanzentechniken auch diverse waffenlose Jujutsu-Stile und übte sich eine Zeit lang in dem damals neu entstandenen Judo. Er diente mehrere Jahre als Soldat, war an der Front im russisch-japanischen Krieg und wurde später besonders in Militärkreisen ein zunehmend berühmter und begehrter Kampfkunstlehrer.Umso bemerkenswerter ist es, dass sich in der Mitte seines Lebens ein Wandel vollzog und Budo für ihn eine friedliche Bedeutung bekam. Eine Phase innerer Einkehr, ausgiebige Meditationen, die er sein gesamtes weiteres Leben lang pflegen sollte, ein intensives Studium religiöser Schriften und die fruchtbare Auseinandersetzung mit dem Führer einer spirituellen Bewegung ließen ihn nach und nach zu der Überzeugung gelangen, dass er sein Leben nicht mehr dem Kampf, sondern aktiv dem Frieden und der Harmonie unter den Menschen widmen wollte. Dabei wandte er sich nicht von den Kampfkünsten ab, sondern suchte einen Weg, die körperliche Gewandtheit, die Geisteskraft und Charakterstärke, die man in den Kampfkünsten erlernen kann, durch und durch friedlich einzusetzen. Als Leitfaden für diese Suche diente 'Budo', das er nun sozusagen wörtlich nahm und entsprechend friedfertig interpretierte.Budo besteht aus zwei japanischen Schriftzeichen: 'Do' als Zeichen für den Weg und 'Bu' als Zeichen für die Militärkünste. Genauer betrachtet setzt sich jedoch das Zeichen 'Bu' aus zwei Teilzeichen zusammen, die für 'Waffen' und 'anhalten' stehen. Meint man mit Waffen nicht nur die Waffen der anderen, sondern auch die eigenen, wird Budo zu einem Weg, den Waffen der anderen Einhalt zu gebieten, ohne die eigenen einzusetzen - eine praktische Anleitung zu einem friedlichen Handeln. In dieser ethischen Vision war Budo für den Gründer des Aikido auch die treibende Kraft auf seiner lebenslangen Suche nach einer friedfertigen Kampfkunst.

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