Ägypten - Griechenland - Rom: Abwehr Und Berührung

Ägypten - Griechenland - Rom: Abwehr Und Berührung

Autor : Herbert Beck,peter C Bol,maraike Bückling
Geschlecht : Bücher, Politik & Geschichte, Geschichte nach Ländern,
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Dateigröße : 21.60 MB
Format : PDF, ePub

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Ägypten - Griechenland - Rom: Abwehr Und Berührung

Den Anstoss zu diesem Projekt gab die lebensgrosse Statue Alexanders d. Gr. aus Rosengranit, die im Jahr 2000 für das Liebieghaus in Frankfurt erworben werden konnte. Sie stellt den makedonischen Welteroberer als ägyptischen Pharao mit Schurz, Nemes und Uräus dar. Der traditionelle hieratische, ganz auf Vorderansicht angelegte Typus hat bei der Umsetzung durch einen griechischen Künstler allerdings eine ungewohnte Belebung erfahren: So sind die Bewegungen und Asymmetrien der Statue sowie die Modellierung des Gesichts und das Motiv der Stirnlocken unterhalb des Kopftuchs der ägyptischen Formensprache eigentlich fremd. Hier ergaben sich Fragen zur gegenseitigen kulturellen Beeinflussung. In welcher Weise wurde die Kunst Griechenlands und Roms durch ägyptische Vorbilder geprägt? Und wie reagierte Ägypten wiederum auf die Begegnung mit griechischen und römischen Ausdrucksformen? Mit dem Versuch, Antworten zu finden und sie an prachtvollen Marmorskulpturen und Sarkophagen, Sphingen, kostbaren Gemmen, feinsten ägyptischen Glaswaren, griechischer Keramik und vielen anderen herausragenden Objekten zu veranschaulichen, wird in diesem Band einem der Grundprobleme historischen Geschehens nachgegangen und werden gegensätzliche Formen des kulturellen Austauschs betrachtet. Die Begegnung unterschiedlicher Zivilisationen kann von Toleranz und Bewunderung bis zur Aneignung fremder Kunstformen, religiöser Bräuche und kultureller Traditionen reichen und zu einem tieferen Verständnis des eigenen Wesens und seiner Bedingungen führen, sie kann aber auch Ablehnung, Abgrenzung und Verachtung wecken. Schon früh gelangten griechische Kulturgüter nach Ägypten, ohne dort grössere Resonanz zu wecken. Zunächst sperrte man sich hier gegen das Fremde, hinter dem nach ägyptischer Weltanschauung das Chaos stand. Erst die Eroberung durch Alexander d. Gr. hat diese kategorische Ablehnung aufgeweicht. Die nicht ohne Widerstände fortschreitende Hellenisierung überlagerte die altägyptische Kultur immer mehr und zog letztlich Ihren Untergang nach sich. In Griechenland hat man sich dagegen schon früh eindringlich mit der ägyptischen Kultur auseinander gesetzt. Man war von der Religion Ägyptens und ihrer Bilderwelt fasziniert. Von ihrer genuinen Bedeutung abgelöst wurde sie zur Quelle künstlerischer Inspirationen. Ägyptische Vorbilder und Techniken trugen wesentlich zur Ausbildung der griechischen Architektur und der griechischen Großplastik bei und bereicherten die Ikonographie nachhaltig. In Rom und seinen Provinzen brachte man wie zuvor in Griechenland der ägyptischen Kultur nicht zuletzt wegen ihres hohen Alters eine besondere Bewunderung entgegen. Sie galt als Hort einer in Jahrtausenden erworbenen, letztlich unergründbaren Weisheit und somit als Gegenpol einer wissenschaftlich fundierten, rational orientierten Weltanschauung. Ägyptische Obelisken dienten in Rom der kaiserlichen Repräsentation, ägyptische oder ägyptisierende Motive schmückten öffentliche und private Räume. Kulte ägyptischer Gottheiten wie der Isis und des Serapis verbreiteten sich über das ganze römische Reich. Das Land am Nil erschien als Stätte paradiesischen Daseins, als Ort der Glückseligkeit.Ein Austausch, wie er sich in der Antike zwischen Ägypten, Griechenland und Rom exemplarisch ereignete, kann die Akzeptanz fremder Kulturen und Ausdrucksformen steigern, herkömmliche Traditionen entfalten, beleben und zu neuen Wirkungen führen. Zugleich bedingt interkultureller Austausch immer auch die Aufgabe von Eigenem und fordert zwangsläufig den Verzicht auf gültige Überlieferung, auf bewährte Lebensformen und Weltanschauungen. Der historische interkulturelle Austausch zwischen Ägypten, Griechenland und Rom dokumentiert die Möglichkeit, kulturelle Identität zu bereichern, sie zugleich aber auch in Frage zu stellen.

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